Sensei Mona Wilke
3. Dan Sei-Ryu-Do


Sei-Ryu-Do

Biografieauszug von Sensei Mona Wilke

Im südlichen Land Brandenburg, zwischen Königs Wusterhausen und dem Spreewald, liegt meine Heimat. 1987:  dem Einstieg ins Berufsleben wich die Phase der Urkunden und Medaillien – des sportlichen Talents – auch die Zeit für Kindersportgruppe und Club, der persönlichen und organisatorischen Instruktionen, war vorbei. Blieben da Enttäuschung und Schmerz, aber auch Erinnerungen an Tipps und großmütig geduldige Lehrer und Trainer. Dazu gesellten sich Jahre mit Job und Qualifikationen und Sehnsucht nach eigenen Lebensvorstellungen zu Reifen, zu Philosophieren, zu Agieren. Im Mai 1989: Kurzurlaub. Bei einer Abendveranstaltung hatte ich ersten Kontakt zu den Kampfkünsten, bestehend aus dynamisch-schweißtreibender Aktivität und tiefen gegenseitigen Vertrauens beider Meister im Umgang mit sich, ihrem Leben und des Katana (Schwert).                   Vorführung als Show währe falsch!

Es war, für uns Laien, wie die gewissenhafte Einführung in einen sehr verantwortungsvollen Handwerksberuf, voll ruhiger Beharrlichkeit und Erklärungen, die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus intensivem Studium fesselnd offenbarten, ohne Arroganz oder Mystifizierung.Sommer `92: vier Jahre Schichtdienst und letzte Prüfungen lagen hinter mir, ich war leer und urlaubsreif, ... ... Urlaub und dann... ... ? Privatmensch, Bundesbürger und Job oder Hausfrau? Gut, aber etwas fehlte tief in mir. Nur wenige Freunde wussten von dieser Suche nach Tiefgründigkeit und individuellem Weg.

Eine liebe Freundin gab DIE Info: „ Im Nachbarort  findet ein Karatekurs statt.“ Etwas tun für Körper und Geist (bessere Gesundheit)! Dies und die Motivation  keinerlei Leistungsvergleiche mehr einzugehen, sondern eher dort anzuknüpfen, wo meine individuelle Förderung  Jahre zuvor  verblasste, war mein Vorhaben beim Kennen lernen dieses Kampfkunstsystems. Die Sei-Ryu-Do Grundschulausbildung begannen wir gemeinsam im September 1992 bei ehemaligen Schülern des Systembegründers. Ich hatte nicht den Hauch einer Ahnung, nur den inneren Leitfaden über den Weg der Rechtschaffenheit und den Wunsch, nach den gesuchten sinnvollen Inhalten.

Ab Anfang November `92 absolvierte ich erste Stunden unter „Sensei Roland Rene` Horn“ und erhielt eine Einladung ins Hombu – Dojo nach Berlin, welches ich aus intriganten Gründen erst zur Schließung (Mietwucher) im Februar 1993 besuchte. Der regelmäßige Unterricht ging jedoch sowohl in Berlin (mit Sensei Dittmar Klaus), als auch in brandenburgischen Turnhallen und angemieteten Räumen weiter. Trotz meiner körperlichen Unsportlichkeit fand die Grundausbildung deutlich ihren physischen Anteil, mit meiner Erkenntnis, dass in den Kampfkünsten ein Ausgleich von geistigem und körperlichem Studium stattfindet. Die Anweisungen, WIE und WODURCH der Körper im Sei-Ryu-Do bewegt wird, forderte die Sensibilisierung aller Sinne, Unterscheidungsvermögen und Selbstbeobachtung in fließend gesteigerter Form (je Ausbildungsstufe).

Nach einigen Wochen wurde ich in einem ruhigen Moment vom Großmeister gefragt, was für eine Ausbildung ich denn nun möchte.   „Schock“ !!!

Einem verdatterten Nachdenken folgte herausplatzend: „Na die Richtige!“

Im Studium existiert keine Form der Diskussion – in diesem Sinne herrscht keine Demokratie. Es geht um das Verstehen, Akzeptieren und Ausführen der aktuellen Übungen, Anweisungen, Verhaltensetikette und somit um meine Annahme als Meisterschüler in der Form des „Shitei“, das gegenseitige Abkommen zwischen Schüler und Meister jeweils alles an Aufmerksamkeit und Bemühen zu geben – der besondere „VERTRAG“.  

Neugierig gelang es die Bewegungsformen, -arten mit Hintergrund und philosophisch-geistigem Zusammenspiel zu erforschen. Persönliche Erkenntnisse waren zum unerschöpflichen Quell meiner neuen Lebensfreude geworden, parallel zum (manchmal) hartem Studium. Denn das wurde es, während der ganz natürlichen Entwicklungsphasen mit den ersten Gurten (best. Prüfungen) und all den intensiven Ereignissen. Dazu gehörten interne Seminare und erste äußere Tests: als 7.Kyu / Orangegurt, ob ich das mit dem „US“ verstanden habe, so beim Bundeslehrgang in Cottbus (ehem. DDR-Gebiet), mit Begegnungen und Danträgern, ... Hartenstein ...  Im „Yawara-Dojo“ Kiel (bei „Sensei Klaus Härtel“) gab ich als 6.Kyu / Grüngurt mein Debüt, bei einem Einführungsseminar in das Sei-Ryu-Do System mit „Sensei Dittmar Klaus“, unter  wachsamem Auge unseres 
Meisters „Sensei Roland Rene` Horn“.

Kurze Erklärung: Nach vielen Jahren der organisatorischen Unabhängigkeit gestand „Sensei Roland“ seinem Schüler zu, als Danträger und Repräsentant des Sei-Ryu-Do in den DJJR (Anfang der 90ziger) einzutreten. Das System selbst ist mit dem Systembegründer und Großmeister erst 2000, nach jahrelangem Kennen und guten Kontakt zu „Sensei Klaus Härtel“, auf Anfrage hin, in die Deutsche Kampfkunst Föderation ( DKKF) eingetreten.

Braungurtphasen: Diese 1. Einweihung durfte ich durch die „zarten Hände“ von „Sensei D.Klaus“ und „Sensei C.Eckelmann“ erfahren  – ausgeliefert –  mit ein wenig Unterstützung durch „Sensei Roland R. Horn“ in Form ferner Anwesenheit. Während jenen Wochenendseminars erkannte ich was Wissen aus Büchern ist, und was anwendbare durchlebte Studien für Fähigkeiten ausgebildet hatten – natürlich Schritt für Schritt durchgetestet von den „Sensei`s“ am lebenden Objekt, körperlich wie emotional hin zum „Selbstvertrauen“ von INNEN. Prüfungen vom 3. über 2. bis 1. Kyu und Sho Dan Ho folgten.

 

1995 fand mit der Zeremonie zum 1. Dan für „Sensei Mario Jakob“ auch die Einweihung des neuen Zentral -

Dojo`s des SEI – RYU – DO Atmung-Bewegung-Bewußtsein, Meditation, Karate Do, Koordination (z.B. Sai, Bo) und Selbstverteidigung statt.

An diesen Ereignissen teilzunehmen, war bewegend und gehörte dosiert zur Dojoausbildung ebenso dazu, wie zu lernen, dass der Verstand, welcher mir als Werkzeug und Instrument dienen soll, dem sogenannten „Selbstbewusstsein“ oft vorgaukelt, alles im Griff zu haben. Mit dem 1. DAN, somit die 1. Meisterschaftseinweihung, bekam ich die Aufgabe auch zu repräsentieren. Wenn dieser Weg im Sei – Ryu - Do mir Lebensphilosophie und ich ein Sensei würde, dann dazu, andere Sucher und Studenten auf diesem Weg zu beleiten. Das Dojo und der Dojounterricht ist, hinter meinen Pflichten als Bürger und im Beruf, in erster Priorität weiterzuführen.

Neue Danprüfungen erweiterten den Verantwortungsbereich für die eigene Ausbildung und den bisherigen Unterricht, es  gesellten sich Aufgaben für die Prüfungsvorbereitung der Braungurt- und Dananwärter hinzu, als ihr Übungs- und Ansprechpartner im Fortgeschrittenen- und Dojobereich. Als Lohn folgt Rührung und Freude in der Ausführung der verschiedenen Kursbereiche, auch in der Arbeit mit den Sei – Ryu – Do Frauen und Jugendlichen (nicht alle Pubertierende sind unmöglich).   Manchmal folgt auch erstaunte Verzückung bei unseren 4 bis 7 Jährigen; Neuinteressierte und „die bunten Gurte“ sind nicht aus meinem Blickfeld, selbst wenn sie keine Danträger werden, so nehmen sie doch ein Stück der Werte des „DO“, Entscheidungskraft und gegenseitige Achtung mit in ihr Leben und in diese Welt hinaus. (Genuss des Lebens in Aktivität und  Ruhe... ... , sowie die Entfaltung der Seele durch Erlebnisse in und mit ihrem erwählten Körper.)

Jeder von uns ist „Mensch“  -  nicht vollkommen, sondern hat auf der eigenen Ebene zu lernen. Für alles kommt eine Zeit.   Ist  ES an IHR?  (Wünsche, Träume und Arbeite, ... erst reinriechen ... ... ... ein eigenes Licht wird aufgehen, irgendwann ... )

Ich vertraue auf die nötige Begleitung meines Meisters, ... ... meiner Meister, auf dem Weg  – dem DO und Nutzung dieser persönlichen Erfahrungen   -   wann und wo auch immer.

Sensei Mona Wilke

Meister des Sei – Ryu – Do Ausbildungssystems

Initiierte in ECK

Die Erfahrungen auf dem Weg des Lebens gehen weiter,... ... eine davon: im Sei – Ryu – Do lernen wir Danträger uns nicht mit „Zahlen“ zu schmücken. Lauernde Eitelkeit,  ... auch wenn mein „Sensei“ provokant mit einem Pokal lockte, ... der fehlte noch in meiner Sammlung!



Gruppe Tauche Sensei Mona Wilke rechts